Lektüreempfehlung in eigener Sache

Posted in Angezogenes, Modelektüre by Kathrin on September 17, 2013

Weil ich mich weigere, den Sommer für beendet zu erklären, trotz trübem Nass vor der Wohnungstüre, ist nun gerade noch der richtige Zeitpunkt um endlich mal über das nevertheless magazine zu sprechen. Es ist eines der seltenen Exemplare von Druckwerk, die vorallem von Herzblut angetrieben werden. Komplett ohne Werbung, mit größter Bedacht auf die Papierqualität versammelt es Photographie, Graphikdesign, Kurzgeschichten und Porträts von Wiener Kreativen. Für die aktuelle Sommerausgabe habe ich einen Artikel über Nina Werner geschrieben, die nicht nur eine außerordentlich begabte Schuhmacherin ist, sondern auch eine liebe Freundin. Die Qualität ihrer feinen Stücke – neben Schuhen fertigt sie nämlich auch allerlei Täschchen, Caps und neuerdings Rucksäcke- konnte ich schon über die letzten Jahre hinweg am eigenen Portemonnaie erfahren. Nun habe ich sie also zum Interview gebeten und mal ganz genau nachgefragt. Ähnlich kontrastreich gemustert wie die sommerliche Lektüre ist auch einer meiner textilen Favoriten: das Seidentuch. Der luftige  Allzeitklassiker, der als so ziemlich jedes Kleidungsstück funktioniert -so man ihn gekonnt um den Körper knotet- spart zudem Platz im Koffer. Das kommt mir gelegen, denn ich mache mich erstmal auf gen Süden. Der Sommer ist noch nicht vorbei. Ciao!

Advertisements

Modelektüre I: Fashion Theory

Posted in Modelektüre by Kathrin on Juli 12, 2013

Ich persönlich bin Liebhaberin des geschriebenen Worts und wünsche dieses auch in modischen Drucksachen wieder zu finden. Das wird aber zusehends schwieriger, auch und vor allem im Netz, da Fotostrecken – ‚visuelle Inspiration’ – natürlich wesentlich leichter zu konsumieren sind, wohin gegen Text mehr Aufmerksamkeit erfordert. Daher bin ich stets auf der Suche nach schriftlicher Substanz zwischen all den kurzlebigen tumblrn, tweets und auch analogen Blättchen, die inhaltlich durch Abwesenheit von Tiefgang glänzen. Aber es gibt glücklicherweise immer wieder wunderbare Ausnahmen. Die liebsten und interessantesten werde ich ab jetzt hier unter dem Oberbegriff „Modelektüre“ vorstellen, ob nun Magazin, einzelner Artikel oder Website.

Den Anfang macht das wissenschaftliche Journal Fashion Theory. Seit 1997 bietet es ein internationales und interdisziplinäres Forum für die Analyse von Phänomenen im Dunstkreis von „ Dress, Body and Culture.“ Die dementsprechend thematisch breit gefächerten Aufsätze sind oftmals durch einen Schwerpunkt gebündelt, Fixpunkte jeder Ausgabe sind aktuelle Buch- und Ausstellungsrezensionen.

Chefredakteurin ist die bekannte Wissenschaftlerin Valerie Steele, die sich seit Jahren für die Modewissenschaft als solche einsetzt und unter anderem den gleichnamigen Studiengang am New Institute in New York betreut. Nebenbei gesagt, ist sie nicht nur eine fachliche Koryphäe, sondern versprüht in Person Witz und Charme, wie es in Wien letztes Jahr bei ihrem Vortrag im mumok zu erleben war. Wer sich also gerne mal, eher einführend, mit der Verbindung von Mode und Kunst beschäftigen möchte, kann den Vortrag hier nachhören.

Trotz der gesteigerten Aufmerksamkeit, die die kritische Betrachtung von Mode in den letzten Jahren erfährt, scheint das Journal jedoch, zu meiner Verwunderung, noch nicht in den Leselisten der modeaffinen Damenwelt angekommen zu sein. Denn obwohl die Aufsätze nicht unbedingt Material für die U-Bahnlektüre sind, irrt derjenige, der glaubt, Fashion Theory  könne nicht auch tagesaktuell relevant sei.

Bestes Beispiel: In der Februarausgabe dieses Jahres findet sich Nick Rees-Roberts Aufsatz The Boys Keep Swinging: The Fashion Iconography of Hedi Slimane. Passenderweise einen Monat vor Slimanes Womenswear-Debüt im Hause Saint Laurent veröffentlicht, untersucht Rees-Roberts Formsprache, Motive und Inszenierungsformen von Slimanes bisheriger Arbeit. Wer hier also zwischen den Zeilen gelesen hatte, konnte sich eine Damenkollektion im Slimanschen Stile bereits ausmalen. Pikanterweise verweist der Autor auch noch auf die gemeinsamen Wurzeln mit Raf Simons, der „iconography of male adolescence,“ wobei er Simons die Vorreiterrolle zuspricht, was Slimane momentan wohl sogar nicht in den Kram passen dürfte.

Bestellt werden kann Fashion Theory über die Website des Verlags, über Universitäten, zb.die Universität Wien können die Aufsätze einzeln heruntergeladen werden. Wer nicht studiert, das Journal aber trotzdem in der Hand halten möchte und nicht über das passende Kleingeld verfügt, kann sich bei Amazon nach gebrauchten Ausgaben umsehen, die zwar nur vereinzelt, aber günstig zu bekommen sind.

Bestandsaufnahme

Posted in Uncategorized by Kathrin on Januar 28, 2013

Über vier Jahre schreibe ich an dieser und anderer Stelle mal mehr, mal weniger. Im letzten Jahr hat sich dieses Blog aber ganz besonders durch gähnende Leere ausgezeichnet. Das liegt zum Teil daran, dass Nähmaschine und Kamera durch Bücher, Skripten und Seminararbeiten ersetzt wurden, die meine volle Aufmerksamkeit forderten.

Aber viel schwerer wiegt eigentlich dieses dumpfe Gefühl, welches mich immer mehr beschlich beim Anblick der zahllosen, scheinbar identischen Outfitposts, den immer gleichen Neuigkeiten und der Bilderflut, die zusammenhängenden Texten und Gedankengängen zunehmend den Platz nahm, wodurch heute wenig von dem übrig ist, das vor sieben Jahren im Web meine Begeisterung für Mode geweckt hat und mir auch unzählige Facetten der Kunst und Kultur eröffnet hat.

Kurz gesagt: Die Modebloggerei und ich, wir haben uns ziemlich auseinandergelebt.

Das Medium an sich hat für mich aber nichts an Reiz verloren, mehr denn je wird allerorts self-publishing beschworen, und was ist einfacher als mal eben einen Text ins Netz zu stellen? Seh ich auch so, und deswegen mach ich das hier jetzt auch wieder.  Ohne genaue Kategorisierung, trotz spätpubertärem Pseudonym, mit weniger Bild und mehr Text. Weil ich genau das vermisse, und ein bisschen mehr Vielfalt ja nie schaden kann. Oder wie seht ihr das so?

Sprachwechsel

Posted in Vermischtes by Kathrin on November 1, 2011

Aufgrund einiger Nachfragen in letzter Zeit geht es hier ab sofort auf Deutsch weiter.

Einen anderen Sprachwechsel erforderte die kroatische Elle, aus der die Schnipsel da oben stammen. Weil ich des Kroatischen aber leider nicht mächtig bin, diente sie eher als Bilderbuch zur Urlaubsunterhaltung. Beim ersten Durchblättern gefiel mir das Editorial zum aktuellen Thema Schlangenprint ganz gut, beim näheren Hinsehen erwies es sich aber dann doch als weniger originell: das schuppige Muster wird hier mit sich um Gliedmaße schlängelnden Schlangen und angebissenen Äpfeln à la Eva und Kassandra inszeniert. Und das ist ja nun wirklich nichts Neues. Deswegen mussten die Teilchen einfach aus der ikonografischen Langeweile befreit werden und zu Bebilderungszwecken neu sortiert werden. Denn so machen sie eine bessere Figur, wie ich finde. Und ein klein wenig hat es mir dieses Muster doch auch angetan, so dass noch knapp vor der Winterpause ein Paar schuppiger Sandaletten vom Flohmarkt in meinen Schrank gewandert ist, die dann im nächsten Frühjahr ausgeführt werden. Auch ohne Obst versteht sich. 

summer break is over.

Posted in Uncategorized by Kathrin on Oktober 6, 2011

things I did this summer amongst others clockwise from the top left
1. danced through the night at muah! festival in brno, czech republic.
2. felt tropical in lastovo, croatia.
3. enjoyed every last bit of The Importance of Being Earnest.
4. rediscovered the merits of my old hometown munich, germany.
5. climbed on picturesque rocks.

not pictured: 
6. recovered my zest for fashion by not thinking about it for 3 months.


welcome back.